Menschen finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist das wahre Glueck. Autorin Petra Glueck
 Menschen finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist das wahre Glueck. Autorin Petra Glueck

Auszug aus meinem Buch K.O.-NO!!! Pass auf Dich auf! Die Tat

Du bist nicht allein! Du hast keine Schuld!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich erinnere mich an die Kneipe. Wir saßen mit einer kleinen Gruppe ehemaliger Klassenkameraden/innen in ausgelassener Stimmung am Tisch. Ich erzählte, dass ich mich mitten im Umzug befand. Es wurde in meiner neuen Wohnung noch einiges umgebaut. Die Täter boten sich ganz selbstlos an, mir meine neue Küche aufzubauen.

 

Dann beschlossenen noch einige von uns, in meinen Wohnort, der nächst größeren Stadt, in eine Diskothek zu fahren; ich tanzte extrem gerne. Ein Taxi wurde bestellt.

 

Ich unterhielt mich sehr gut mit einem meiner Mitschüler, fand, er war ein wirklich netter Kerl geworden. Er fragte mich, ob ich früher was mit einem der „Täter“ hatte. Ich lachte und verneinte wahrheitsgemäß, fragte ihn, wie er auf so eine absurde Idee käme. An die Antwort kann ich mich nicht mehr erinnern.

Genau in diesem Moment muss mich meine Selbstkontrolle verlassen haben. Mit wurde schwummerig, irgendwie übel, ich konnte nicht mehr richtig sehen und denken. Ich fragte mich, was mit mir los ist. Ich hatte zwar Alkohol getrunken, aber lange nicht so viel um betrunken zu sein. Ich fühlte mich nicht betrunken, wovon auch? Auch am Abend hatte ich den Alkohol der ständig vor meiner Nase stand, kaum getrunken. Dieses Gefühl war völlig anders; sehr unheimlich, als würde ich mich verlieren. Mein Kopf, meine Gedanken – alles wie abgeschnitten. Mein eigener Wille flog weg. Angst, Peinlichkeit. Als wenn ich mich nicht mehr in meinem Körper befand.

 

…Kurz vorher habe ich offensichtlich die erste Portion K.O.-Tropfen bekommen.

 

Ich war total ahnungslos, nie wäre ich auf so einen Hinterhalt gekommen. Panik stieg in mir auf. Ich schrie lautlos nach meinen alten Freundinnen, die nicht gekommen waren. Ihnen wäre aufgefallen, dass hier etwas nicht stimmt, sie hätten mich gerettet. Ganz dunkel und verschwommen sah ich schon Fragezeichen in einigen Gesichtern. Wahrscheinlich hat sich keiner getraut einzugreifen, leider. Wir kannten uns ja eigentlich nicht mehr. Sie hätten mich retten können!

 

Ich war mir selber peinlich und begriff nicht, was mit mir geschah. Ich war nicht ich. Dann war alles plötzlich wie abgeschnitten. Wie ich das Lokal verlassen habe – keine Erinnerung!

 

Jetzt sitze ich in einem Taxi, beide Täter sind mit im Taxi. Auf der Straße vor der Kneipe steht noch der nette Mitschüler. Ich glaube, er wollte auch mit in das Taxi. Einer der Täter lacht den stehen gelassenen ehemaligen Mitschüler aus, denn er hatte dem Taxifahrer gesagt, er solle losfahren, die Anderen fahren mit dem nächsten Taxi. Ich erinnere mich an den ungläubigen Blick des anderen Mitschülers auf der Straße. Ich kann nicht reagieren, ich fühle mich so verloren, höre das hämische Lachen der Täter.

 

Mit ist extrem übel, ich sehe und höre wie durch eine Glocke. Noch nie in meinem Leben habe ich mich so elend, so ausgeliefert gefühlt, mir ist das alles so peinlich. Furchtbare Angst …Black-out

 

Im Taxi komme ich für einen kurzen Moment schwach zu mir, die Täter sind bei mir. Das Taxi steht bei mir vor der Haustür. Wir wollten doch in die Disco, was machen wir hier??? Extreme Wahrnehmungsstörungen, Erinnerung an den Taxifahrer: Er sagt irgendetwas. Ich kann ihn nicht verstehen. Warum kann ich ihn nicht verstehen? Ich glaube mich an einen beunruhigenden Blick des Fahrers im Spiegel zu erinnern. Ich bin so peinliche… Black-out

 

Hätte der Fahrer doch die Polizei gerufen – auch er hätte mich retten können!

Ich komme erneut kurz sehr schwach zu mir. Ich befinde mich in meiner Wohnung. Was mache ich hier? Wie komme ich hierher? Warum sind meine Mitschüler in meiner Wohnung? Ich fühle mich hundeelend, kann keinen klaren Gedanken fassen. Einer sitzt neben mir auf meinem Sofa, in meinem Wohnzimmer. Sie erklären sich. Sie hätte mich nach Hause gebracht, weil es mir so schlecht ging. Sie wollten mir einen Tee kochen. Einer der beiden kommt tatsächlich mit einer Tasse Tee für mich. Mir ist es peinlich, dass ich sie angeblafft habe, obwohl sie mir nur helfen wollten. Alle Alarmglocken in mir schrillen so laut wie noch nie. Ich will, dass sie gehen! Woher wissen sie, wo ich wohne? Wie kommen sie an meinen Wohnungsschlüssel? Ich bin so schwach, ich kann nicht aufstehen. Ich kann nicht denken, wo ist mein Verstand hingeflogen?

 

Ich trinke den Tee, der mir gebracht wird, mit meiner zweiten Dosis K.O.-Tropfen. Einer der Täter redet auf mich ein. Der andere Täter sei schon immer in mich verliebt gewesen, ob mir das denn nie aufgefallen sei. Warum ich nicht zu ihrer 30. Geburtstagsparty gekommen sei. Ich begreife nicht, was er mir sagen will. Der Nebel wird immer schlimmer… Black-out

 

Schreibpause: Mein eigener Text nimmt mich sehr mit. Ich werde mich jetzt einfach mit Kuchen vollstopfen und mir Zuspruch holen. Ich will endlich dieses Buch zu Ende bringen, damit ich mein Leben wieder aufnehmen kann!

 

Das war nun also endgültig mein Todestrank, eine Tasse Tee in meiner eigenen Wohnung…

Die K.O.-Tropfen in der Kneipe waren wohl nicht genug. Daher haben mir die Verbrecher dann in meiner eigenen Wohnung nochmal ihren Spezialtee gekocht, der mir (Original Ton) „gut tun wird“.

 

Nun hatten sie es geschafft: Ich war viele Stunden nicht mehr auf dieser Welt. Ich bin gestorben…

 

Text und Bild: © Petra Glueck

NEWS

Nächste Lesung

26.09.17, 19.00 Uhr

Veranstalter:

Frauenselbshilfe KO-Tropfen und/oder illegale Pornografie

 

Ort:

Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln

Marsilstein 4-6

50676 Köln

 

Eintritt frei - Die Lesung findet für Frauen und Männer im Konferenzraum statt

Nächste Lesung

10.10.17, 19.00 Uhr

Veranstalter/Ort

Paracelsus-Roswitha-Klinik Aula, Raum 00.202

Dr.-Heinrich-Jasper-Str. 2a

37581 Bad Gandersheim

 

Eintritt frei

Gäste sind herzlich willkommen

Nächste Lesung

17.10.17, 18.30 Uhr

Veranstalter/Ort

Vital-Kliniken GmbH Vortragsraum

Plöner Straße 20

23714 Bad Malente-Gremsmühlen

 

Eintritt frei

Gäste sind herzlich willkommen

Weitere Lesungen:

Oktober 2017

  • Bad Gandersheim
  • Göttingen
  • Bad Malente

November 2017

  • Eutin
  • Bad Malente

Dezember 2017

  • Bad Malente

Neuer Blogbeitrag ist online...

WDR

Aktuelle Stunde

25.02.2017 - "K.O. Tropfen - ganz legal zu haben".

radio 98eins

29.01.2017 - Stefan Seefeldt im Gespräch mit Petra Glueck

DEINE FRAGE

Du hast Fragen an Petra?

Du hast Fragen zum Thema K.O.-Tropfen? oder Posttraumatische Belastungsstörung? Dann sende eine E-Mail an:

 

petra@petraglueck.de

 

oder hinterlasse Deine Nachricht direkt im Kontaktformular.

Foto: © www.pixabay.com

Kontakt

Autorin Petra Glueck

Postfach 01 02

24205 Preetz

info@petraglueck.de

Besucherzahl

Druckversion Druckversion | Sitemap
Copyright © 2016 - 2017 Autorin Petra Glueck
Alle Rechte vorbehalten.
Kontakt & Impressum