Menschen finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist das wahre Glueck. Autorin Petra Glueck
 Menschen finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist das wahre Glueck. Autorin Petra Glueck

Auszug aus meinem Buch K.O.-NO!!! Pass auf Dich auf! Die Tat - Fortsetzung...

 

Du bist nicht allein! Du hast keine Schuld!

       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

…ich schrecke auf, komme völlig verwirrt zu mir. Extreme Kopfschmerzen, Übelkeit. Wo ist mein Verstand? Hilfe – ich kann nicht denken, unfassbare Angst, kann nicht richtig sehen und hören. Alles wie durch Watte. Begreife die Situation nicht. Versuche vergeblich klar zu werden.

Ich sitze vollständig angezogen in meinem Wohnzimmer, auf meinem Sofa, neben mir einer der teuflischen Kriminellen. Mein Kopf war auf seine Schulter gestützt. Ich entschuldige mich, weil ich wohl eingeschlafen bin, oh wie peinlich! Ekelgefühl und schlechtes Gewissen, so intensiv. Er lacht, sagt großmütig: „Kein Problem.“ Ich kann kaum aufstehen, mein Körper gehorcht mir nicht. Ich will unbedingt in den Flur. Die Wohnungstür wird geschlossen, ich höre sie klappen und den Schlüssel, der innen im Schloss steckt, lärmen.

Einer der Gewissenlosen steht in meiner Küche an der Spüle, er wäscht meine Teetasse ab. Das kommt mir extrem seltsam vor, er sieht so komisch aus. Ich versuche zu fragen, wer zur Tür raus ist, erhalte aber keine Antwort! Ich kann nicht denken. Was stimmt hier nicht? Kann mich kaum auf den Beinen halten – wie Gummi so schlaff. Möchte weinen – weiß nicht warum. Ich bin sehr peinlich, sie sollen gehen. Sie gehen und lachen! Endlich sind sie weg! Es ist bereits der nächste Morgen – es ist hell – wie kann das sein? Wo ist die Zeit geblieben, was ist passiert? Alles in mir überschlägt sich. Ich kann nicht denken. Es fühlt sich grausam an!

 

Ich bin verwirrt, mir ist so übel. Ich schleppe mich zur Toilette, knie davor. Meine Gummibeine tragen mich nicht mehr. Ich erbreche und erbreche, rasende Kopfschmerzen – was ist nur los mit mir? Vielleicht habe ich etwas Schlechtes gegessen und mich vergiftet? Das schlechte Gewissen meldet sich mit brachialer Gewalt, als wenn ich Schläge auf den Magen bekomme. Erneutes Erbrechen – es kommt gar nichts mehr, aber diese Übelkeit, ich versuche sie loszuwerden. Jetzt stecke ich mir den Finger in den Hals, um wieder erbrechen zu können. Es funktioniert nicht. Ich kann nicht denken, wo ist mein Verstand? Ich bekomme riesige Angst verrückt zu werden. Ich breche total zusammen, kauer in meinem kleinen Badezimmer vor der Toilette, kann mich nicht bewegen, weine lautlos – meine Seele schreit – sie fühlt sich zerschmettert an – aber warum? Wo ist mein Verstand hingeflogen? … Black-out

 

Ich komme immer wieder für kurze Momente zu mir, wie oft, weiß ich nicht. Ich bin immer wieder abgedriftet, war vollkommen außer Gefecht gesetzt. Ich glaube, ich habe mich wohl doch vergiftet. Ich bekomme wieder wahnsinnige Angst, will einen Krankenwagen rufen, schaffe es aber nicht zum Telefon. Kann mich nicht bewegen. Glaube, ich sterbe jetzt… Black-out

 

Ich komme, noch immer benommen, erneut zu mir. Ziehe meinen „Gummikörper“ am Waschbecken hoch. Setzte mich auf die Toilette, vor mir der Spiegel. Versuche langsam etwas zu erkennen. Blankes Entsetzten packt mich! Mir guckt eine Fremde aus dem Spiegel entgegen! Ich will schreien, geht aber nicht! Die Augen sind tot! Was ist passiert? Fühlt es sich so an verrückt zu werden? Angst vor mir selber kriecht hoch! Nein, doch kein Arzt, der steckt mich in die Klapse! Wo ist mein Verstand hingeflogen?

 

Verwirrung, Entsetzten! Im Spiegel erkenne ich, meine Bluse ist nicht korrekt zugeknöpft. Wie peinlich, wenn das den ganzen Tag so war, wie peinlich. Was ist hier nicht richtig? Ich kann noch immer nicht richtig denken. Ich muss was trinken, brauche Wasser. Noch immer wollen mich meine Gummibeine nicht in die Küche tragen, setzte mich wieder auf das Klo und trinke Leitungswasser aus dem Waschbecken. Jede Bewegung bereitet mir extremen körperlichen Schmerz. Hatte ich einen Unfall?

 

Muss Wasser lassen. Sitze auf der Toilette. Aufstehen, Deckel hochheben – eine fast unlösbare Aufgabe. Endlich geschafft, ziehe mühselig meine Strumpfhose runter. Was ist das? Lauter Laufmaschen, ja schlimmer noch: sogar Löcher! Wie kann ich die übersehen haben? Ich ziehe mein Höschen runter. Die extreme Wucht einer unfassbaren kriminellen Wahrscheinlichkeit nimmt mir die Luft zum Atmen. Mein Höschen ist nass, es stinkt. Ekel, Ekel, Ekel! Alles schreit so schrill in mir. Schmerzen im Intimbereich, blaue Flecken an den Oberschenkeln! Hilfe, ich bekomme keine Luft mehr, ich glaube, ich sterbe jetzt, ich ersticke! Ich brauche Hilfe! Werde auf der Toilette ohnmächtig…schwarzes Loch

 

Ich erwache irgendwann. Mir dämmert: Ich wurde vergewaltigt. Ich kann den Gedanken nicht aushalten! Ich frage mich, wer hat was mit mir gemacht? Die Gedanken, so unwirklich. Es kann nicht sein, ich kann mich doch an gar nichts erinnern! Irgendwas müsste ich doch gespürt haben! Wer war noch in meiner Wohnung? Das Tür- und Schlüsselklappern – ich kann nicht denken – jetzt will ich auch gar nicht mehr denken! Enkel, Schuldgefühl!

 

Ich reiße mir meine Klamotten vom Leib, die Sachen müssen weg! Alles stinkt ganz widerlich. Waschen, ich muss mich waschen! Lasse Badewasser ein, ganz heiß. Stehen ist noch immer ein Problem. Das Wasser ist so heiß, kann kaum rein. Als ich in der Badewanne bin, lass ich noch mehr heißes Wasser einlaufen. Meine Haut ist am ganzen Körper rot, es fängt an zu brennen. Gut so, das hilft mir. Ich habe solche Schmerzen, die Rippen tun auch höllisch weh, die Arme und Beine, mein Intimbereich, alles ist so schmerzhaft. Ich will das nicht spüren, das Wasser muss noch heißer werden! Ich bin so verwirrt, meine Seele schreit so laut – ich halte das nicht aus! Vielleicht alles nur ein böser Traum? Ja, endlich ein vernünftiger Gedanke…Black-out

 

Erwache erneut. Das Wasser ist kalt, mein Körper nicht. Denken funktioniert noch immer nicht vernünftig. Ich kann jetzt immerhin aufstehen, zwar sehr schwammig noch, aber es geht. Meine Haut ist vom heißen Badewasser verbrannt, trotzdem muss ich mich dringend abschruppen! Viel, viel Seife. Hölle, die Schmerzen lenken mich etwas ab. Durch die Rötung fallen die blauen Flecken etwas weniger auf, nun trifft mich der Verdacht wieder mit voller Gewalt, es haut mich fast wieder um. Ich will das nicht! Ekel!

 

Text und Bild: © Petra Glueck

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